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Mittwoch, 27. Mai 2026

Heute vor 100 Jahren...

Lust auf eine kleine Zeitreise, in das Berlin des Jahres 1926? Dort passierte heute vor genau 100 Jahren etwas, was filmgeschichtlich relevant ist, von dem es aber heute fast keine Spuren mehr gibt. Wer aus der Gegenwart im Berlin von 1926 ankommen würde, würde eine komplett andere Stadt erleben. Fast so als würde man heute von Berlin nach London reisen. Ankommen würde man mit der Bahn im Anhalter Bahnhof, von dem heute nur noch die Ruine des Portikus existiert. Seinen Namen hatte er durch seine Verbindung ins Anhaltische Dessau und Köthen, die 1841 eröffnet wurde. Über den Anhalter Bahnhof war Berlin unter anderem mit Wien, Karlsbad, Rom, Venedig, Nizza und Athen verbunden. Die Halle des riesigen Kopfbahnhofs war imposant, und brauchte den Vergleich mit entsprechenden Bahnhöfen in London oder Paris nicht scheuen. 

Von der Bahnhofshalle führte exklusiv ein eigener Tunnel direkt in die Lobby des Hotels Excelsior. Vielleicht ging vor 100 Jahren ein frisch verlobtes britisches Paar durch diesen Tunnel, um im Excelsior einzuchecken. 

Dienstag, 14. April 2026

Ein Drama auf See

Die Titanic-Katastrophe aus deutscher Sicht, Teil 1

Illustration von Willy Stöwer für die Zeitschrift Die Gartenlaube 
Heute vor 114 Jahren hatte die RMS Titanic den letzten Tag ihrer Jungfernfahrt hinter sich und kollidierte in der Nacht zum 15. April mit einem Eisberg. Das Unglück des britischen Luxusliners fasziniert bis heute mehr als jedes andere Schiffsunglück seitdem, und ich möchte die Jahrestage des Unglücks hier zum Anlaß nehmen, über unterschiedliche filmische Perspektiven auf die Katastrophe zu schreiben - in diesem Jahr die deutsche Perspektive. Obwohl der Untergang des Luxusliners vorrangig eine britische Angelegenheit war, waren die ersten Spielfilme darüber interessanterweise deutsche oder deutsch-sprachige Produktionen. Darunter auch die unter dem NS-Regime entstandene Verfilmung Titanic von 1943. 

Im zweiten Teil geht es dann um das deutsche Fernsehdrama Titanic - Nachspiel einer Katastrophe von 1984, das sich als einer der sehr wenigen Filme auf den Untersuchungsausschuß nach der Tragödie konzentriert. Ein heute fast vergessenes Werk, das aber nichtsdestotrotz einer der bemerkenswertesten Beiträge zum Thema ist!

Dienstag, 24. Februar 2026

Die Spur des Bergadlers

Filmplakat "Der Bergadler" 1926
Der Thriller-Meister Alfred Hitchcock prägte den Begriff McGuffin für etwas, das wie ein Ball ins Spiel geworfen wird und die Spieler in Bewegung bringt, selbst aber so unwichtig ist wie der Ball als Gegenstand. Diese Art von Dramaturgie perfektionierte er in seiner rund fünfzigjährigen Regiekarriere immer mehr und inspirierte damit Generationen von Filmemachern. Berühmte Beispiele sind die Weinflaschen in NOTORIOUS, die 40.000 Dollar in PSYCHO oder sogar ein Volkslied in THE LADY VANISHES. Aber kann ein Film selbst zu einem McGuffin werden, zu etwas, hinter dem alle herjagen? 

Hitchcocks zweite Regiearbeit THE MOUNTAIN EAGLE (Der Bergadler, 1926), die er vor genau 100 Jahren in Österreich realisierte, hat das geschafft - wenn auch eher unfreiwillig. Doch wie kam es dazu?

Sonntag, 30. November 2025

100 Jahre Hitch

Vor hundert Jahren - im November 1925 - durfte erstmals ein Publikum einen Film von Alfred Joseph Hitchcock bestaunen. Bemerkenswerterweise war es ein deutschsprachiges Publikum, denn die Weltpremiere fand in München statt, und vorerst nur dort. Um für Irrgarten der Leidenschaft (The Pleasure Garden) genug Geld aufzutreiben, arbeitete Produzent Michael Balcon mit der deutschen Produktionsfirma Münchner Lichtspielkunst (Emelka) in München zusammen, die später zur Bavaria Film wurde. Dementsprechend wurden die Innenaufnahmen in den Emelka-Studios in Geiselgasteig gedreht - weshalb Hitchcock auch deutsch sprach und später sogar einen Film auf deutsch drehte.

Anläßlich dieses Jubiläums starte ich hier eine Hitchcock-Retrospektive, die sich allen seinen 52 Filmen widmen soll. (Eigentlich sind es 53, aber The Mountain Eagle von 1926 gilt leider als verschollen.) Bei vielen davon habe ich auch die literarische Vorlage gelesen und werde Buch und Film miteinander vergleichen. Oft lohnt sich auch ein Blick auf spätere Verfilmungen dieser Stoffe, da sie sich teilweise enger an das Original hielten, während Hitchcock sich von deren Geschichten meistens nur lose inspirieren ließ. Ein Grund, warum viele Autoren - wie Daphne Du Maurier oder William Somerset Maugham - von seinen Verfilmungen nicht nur begeistert waren. 

Ein Hitchcock-Marathon ist gleichzeitig auch eine Zeitreise durch die Filmgeschichte und durch das Goldene Zeitalter des Kinos. Angefangen von den frühen Stummfilmen, dem Aufkommen von Ton, dann Farbe, Film Noir, dem 3D-Boom der 1950er und schließlich dem New Hollywood. In diesem Sinne: Auf Hitch! 

Steven und die Aliens

Nach einer chronologischen Besprechung aller Filme von Steven Spielberg ( hier  und  hier ) und einem  Ranking  möchte ich auch meinen Eindr...