Von der Bahnhofshalle führte exklusiv ein eigener Tunnel direkt in die Lobby des Hotels Excelsior. Vielleicht ging vor 100 Jahren ein frisch verlobtes britisches Paar durch diesen Tunnel, um im Excelsior einzuchecken.
![]() |
| Excelsiortunnel |
![]() |
| Rezeption des Hotels Excelsior |
![]() |
| Das Hotel von außen |
Würde man aus der Lobby hinaustreten, könnte man auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen imposanten Bau an einer Kreuzung erblicken: das Königliche Museum für Völkerkunde.
Gegenüber diesem Museum auf der anderen Straßenseite befand sich ein Kino, die Schauburg. Es wurde im Saal des ehemaligen Lokals "Zum Hofjäger" eingerichtet, in dem volkstümliche Konzerte stattfanden. Während der Novemberrevolution gab es hier Reden von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die im Excelsior wohnten. Von diesem Kino existieren heute leider nicht einmal Fotos, zumindest nicht von der Außenansicht. Es diente als Berliner Premierenkino der Münchner Lichtspielkunst-Filmproduktion, kurz Emelka genannt.
![]() |
| Saal des Konzertsaals Zum Hofjäger, später zum Kino Schauburg umgebaut |
Am 27. Mai 1926 feierte dort ein Film von einem noch eher unbekannten britischen Regisseur Premiere, der später einmal als einer der besten Regisseure der Filmgeschichte gelten wird: Alfred Hitchcock. Es war seine zweite Regie-Arbeit mit dem Titel Der Bergadler (The Mountain Eagle), eine britisch-deutsche Koproduktion. Der Film fand jedoch weder ein großes Publikumsinteresse, noch erhielt er überschwängliche Kritiken.
Ob Alfred Hitchcock und seine spätere Frau Alma Reville tatsächlich im Hotel Excelsior eincheckten, um der Premiere beizuwohnen, ist nicht mehr bekannt, wie so vieles zu dieser Produktion.
Heute gilt dieser Film als verschollen, es existieren nur noch einige production stills sowie Bilder der Dreharbeiten. (Mehr dazu hier.) Die Emelka-Studios verschwanden ebenfalls, beziehungsweise fanden buchstäblich ihr 'Waterloo': Nach einem Monumentalfilm um die letzte Schlacht Napoleons ging das Studio in Konkurs und später in die noch heute existierende Bavaria Film über.![]() |
| Das Königliche Museum für Völkerkunde. Links außerhalb des Bildrands war das Kino Schauburg, von dem keine Bilder mehr existieren. |







Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen