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Samstag, 12. September 2026

Venedig sehen und ...

"Wenn die Gondeln Trauer tragen" Bluray und Buch
Venedig gilt als eine der schönsten Städte der Welt und als romantischer Touristenmagnet. So wurde es auch oft im Film inszeniert, etwa in David Leans SUMMERTIME (Traum meines Lebens, 1955). In den 1970ern setzte ein Trend ein, Venedig von einer morbideren Seite zu zeigen. Angefangen mit Luchino Viscontis Thomas-Mann-Verfilmung Tod in Venedig 1971 über den Giallo Chi l’ha vista morire? (The Child - Die Stadt wird zum Albtraum, 1972) mit Bonddarsteller George Lazenby bis zu DON'T LOOK NOW (Wenn die Gondeln Trauer tragen, 1973). Die Filme zeigten eine düstere, fragile Schönheit der Lagunenstadt, die vielen Menschen aufgrund der Touristenmassen bis dahin verborgen geblieben war. 

Obwohl Wenn die Gondeln Trauer tragen nicht der erste Film war, der Venedig anders darstellte, ist es doch der bis heute berühmteste. Er gilt vielen Kritikern als der beste britische Film und hat deutliche Spuren in der Filmgeschichte hinterlassen, von den Bondfilmen (wo er sogar dreimal zitiert wird) bis hin zu MULHOLLAND DRIVE. Aber es ist auch eine meisterhafte Literaturverfilmung, und vieles in der komplexen Handlung des Films wurde mir durch die Lektüre von Daphne du Mauriers Vorlage klarer. 

Montag, 8. Juni 2026

Über den Dächern von Turin

Rooftop Race Track Lingotto Turin from The Italian Job
Auf dieser Seite möchte ich auch einige Filmlocations vorstellen, die ich besucht habe. Eine der bemerkenswertesten und coolsten war aus einem britischen Caper-Klassiker: The Italian Job von 1969 (typisch bräsiger deutscher Verleihtitel: Charlie staubt Millionen ab). Dieser Film zeigt eine der verrücktesten Verfolgungsjagden der Filmgeschichte, in der drei Mini Cooper mit geraubtem Gold vor der Polizei fliehen, oder besser gesagt, die Polizei an der Nase herumführen. Die Jagd geht über Bürgersteige, durch komplette Gebäude, Abwassertunnel, über Dächer und mit einem Abstecher auf eine weltweit einmalige Rennstrecke: Die Teststrecke auf dem Dach der ehemaligen Fiat-Fabrik in Turin. Neuwagen konnten direkt aus der Fabrik über eine spiralförmige Auffahrt hier heraufgefahren und hoch über den Dächern von Turin über die eineinhalb Kilometer lange Piste gejagt werden. 

Heute fahren hier leider keine Autos mehr, und die Fabrik ist - Sie ahnen es sicher - ein Einkaufszentrum. Trotzdem ist die Strecke sehr gut erhalten und für Film- wie Autofans gleichermaßen ein absolutes Highlight. 

Mittwoch, 27. Mai 2026

Heute vor 100 Jahren...

Lust auf eine kleine Zeitreise, in das Berlin des Jahres 1926? Dort passierte heute vor genau 100 Jahren etwas, was filmgeschichtlich relevant ist, von dem es aber heute fast keine Spuren mehr gibt. Wer aus der Gegenwart im Berlin von 1926 ankommen würde, würde eine komplett andere Stadt erleben. Fast so als würde man heute von Berlin nach London reisen. Ankommen würde man mit der Bahn im Anhalter Bahnhof, von dem heute nur noch die Ruine des Portikus existiert. Seinen Namen hatte er durch seine Verbindung ins Anhaltische Dessau und Köthen, die 1841 eröffnet wurde. Über den Anhalter Bahnhof war Berlin unter anderem mit Wien, Karlsbad, Rom, Venedig, Nizza und Athen verbunden. Die Halle des riesigen Kopfbahnhofs war imposant, und brauchte den Vergleich mit entsprechenden Bahnhöfen in London oder Paris nicht scheuen. 

Von der Bahnhofshalle führte exklusiv ein eigener Tunnel direkt in die Lobby des Hotels Excelsior. Vielleicht ging vor 100 Jahren ein frisch verlobtes britisches Paar durch diesen Tunnel, um im Excelsior einzuchecken. 

Dienstag, 24. Februar 2026

Die Spur des Bergadlers

Filmplakat "Der Bergadler" 1926
Der Thriller-Meister Alfred Hitchcock prägte den Begriff McGuffin für etwas, das wie ein Ball ins Spiel geworfen wird und die Spieler in Bewegung bringt, selbst aber so unwichtig ist wie der Ball als Gegenstand. Diese Art von Dramaturgie perfektionierte er in seiner rund fünfzigjährigen Regiekarriere immer mehr und inspirierte damit Generationen von Filmemachern. Berühmte Beispiele sind die Weinflaschen in NOTORIOUS, die 40.000 Dollar in PSYCHO oder sogar ein Volkslied in THE LADY VANISHES. Aber kann ein Film selbst zu einem McGuffin werden, zu etwas, hinter dem alle herjagen? 

Hitchcocks zweite Regiearbeit THE MOUNTAIN EAGLE (Der Bergadler, 1926), die er vor genau 100 Jahren in Österreich realisierte, hat das geschafft - wenn auch eher unfreiwillig. Doch wie kam es dazu?

Steven und die Aliens

Nach einer chronologischen Besprechung aller Filme von Steven Spielberg ( hier  und  hier ) und einem  Ranking  möchte ich auch meinen Eindr...