![]() |
| Foto von Anton Filatov auf Unsplash |
Die Bewegung durch den Sternenraum mit dreidimensionaler Tiefenwirkung ist tatsächlich die ureigene Erfindung von Star Trek und war zum ersten Mal im ersten Pilotfilm Der Käfig (The Cage) 1964 zu sehen. Hätte Star Trek darauf ein Patent angemeldet, hätte Star Wars 13 Jahre später Gebühren zahlen müssen.
Aber es gibt drei Vorläufer, die immerhin versucht haben, den Sternenhimmel nicht als rein zweidimensionale 'Tapete' darzustellen. Der erste war 1950 Endstation Mond (Destination Moon), ein Sci-Fi-Klassiker, der eine privat finanzierte Reise zum Mond darstellt und auf einem Buch des Autors Robert A. Henlein (Starship Troopers) basiert. Hier wurden bei Szenen, in denen das Raumschiff auf dem Weg zum Mond zu sehen ist, die Sterne im Hintergrund erstmals auf mehreren Ebenen durch Glasscheiben realisiert.
Endstation Mond war einer der ersten Science-Fiction-Filme in Technicolor und erhielt 1951 einen Oscar für seine realistischen Effekte - etwa die Darstellung von Schwerelosigkeit. Er markiert den Beginn der 'Spage Age'-Welle der 1950er.
Einer der ersten Filme in diesem Fahrwasser war ebenfalls schon 1950 Rakete Mond startet (Rocketship X-M) unter der Regie des Deutschen Kurt Neumann (Die Fliege). Laut einem älteren Buch über Spezialeffekte wurden hier für Weltraumszenen Sterne durch Stop Motion leicht versetzt, um eine Bewegung durch den Raum zu vermitteln.
Wie bei erstaunlich vielen Ideen bei Star Trek war auch der bahnbrechende Sci-Fi-Klassiker Alarm im Weltall (Forbidden Planet) von 1956 hier ein Vorreiter. Hier wurden ebenfalls verschiedene Composites wie Matte Paintings benutzt, um einen räumlichen Weltraum zu erzeugen. Alarm im Weltall hat sowohl Star Trek wie auch Star Wars maßgeblich beeinflußt, einer der größten SF-Klassiker überhaupt. Unter anderem wird hier erstmalig in einem Film der Begriff Computer erwähnt. Für mich war es in Bezug auf die Effekte und Ideen einer der verblüffendsten Filme überhaupt. Den Oscar für die besten Effekte verlor er 1957 leider an Die zehn Gebote. Was für ein Duell der Giganten...
Mit dem Star-Trek-Proto-Pilotfilm Der Käfig wurde der Effekt der Weltraumfahrt dann erstmals so plastisch und popkulturell eingängig gezeigt. Interessanterweise hatte diese erste experimentelle Folge ein höheres Budget als viele späteren Serienfolgen und beeindruckt effektetechnisch auch etwas mehr. Ursprünglich wollte Gene Roddenberry, daß das Raumschiff Enterprise während des Warpfluges transparent wird - eine von vielen Ideen von ihm, die man glücklicherweise nicht umgesetzt hat.
Aufgegriffen und perfektioniert hat den Effekt dann vier Jahre später Stanley Kubrick in dem wohl ultimativsten SF-Film 2001 - Odyssey im Weltraum für die sogenannte Stargate-Sequenz. Hier wird der Raumflug aber eher psychedelisch verfremdet.
Ein weiterer Film, der den Effekt aufgriff, war 1974 Dark Star. 1977 folgte dann schließlich Star Wars mit seinem Hyperspace-Effekt, der die optische Wirkung noch einmal kräftig pimpte. Getreu dem Motto: Wenn man schon klaut, dann sollte man auch ordentlich auf die Kacke hauen. Immerhin hielt der Effekt auch Einzug in andere Großproduktionen, wie etwa am Ende von Der Elefantenmensch (1980).
Aber auch Star Trek entwickelte den Warp-Effekt weiter, im ersten 1979er Kinofilm Star Trek - Der Film. Effektetechnisch auch nach über 40 Jahren immer noch der beeindruckendste und opulenteste Film. Hier fügte man den sich bewegenden Sternen einen Regenbogen-Effekt hinzu, der auch auf dem Filmplakat zitiert wurde. Der NASA-Ingenieur Jesco von Puttkamer, der die Produktion beriet und von dem auch die Tagline "The Human Adventure is just Beginning" stammt, schlug den Effekt einer verzerrenden Warpblase vor, was jedoch nicht umgesetzt wurde. Ironischerweise wurde der Warp-Effekt in vielen neueren Star-Trek-Produktionen - wie dem rebooteten Universum von J.J. Abrams - optisch eher den Star-Wars-Filmen angepasst - womit man popkulturell jetzt wohl quit ist

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen