Mittwoch, 31. Dezember 2025

2025 - Eine Bilanz

Mit dem ausklingenden Jahr 2025 hier einmal eine kleine persönliche Bilanz. Als Filmjahr empfand ich 2025 eher durchschnittlich. Es gab von den aktuellen Filmen keinen, der mich hundertprozentig überzeugt und begeistert hat. Dafür aber immerhin einige Filme, die recht gelungen und unterhaltsam waren. Und das ist schon mal mehr, als man von anderen Jahren der jüngeren Filmgeschichte sagen kann. Insgesamt habe ich ziemlich genau 150 Filme gesehen, und 10 verschiedene Serien. Das sind 20 Filme mehr als 2024, und sogar ca. 60 mehr als 2023. Eine kleine persönliche Abrechnung.

Im Kino war ich ganze zehn Mal, was für einen Filmfan wohl nicht gerade repräsentativ ist. Noch schlimmer wird es wohl dadurch, daß nur sechs davon regulär laufende Filme aus 2025 waren. Die restlichen vier waren Wiederaufführungen von Klassikern, die allerdings als Kinoerlebnis an sich die aktuellen weit in den Schatten stellten. Hier zeigt sich wohl leider ein persönlicher Trend, sich zunehmend Klassikern der Filmgeschichte zuzuwenden. 

Hier mal die Top 10 der zehn Kinobesuche:

10) The Monkey (USA, 2025)

Von der Verfilmung der Kurzgeschichte von Stephen King hatte ich mir wesentlich mehr erwartet. Die Geschichte hatte ich als Jugendlicher während einer King-Phase gelesen und fand sie hochspannend und eine seiner besten Kurzgeschichten überhaupt. Die Verfilmung bewegt sich innerhalb hinlänglich bekannter Splatterklischees - ein Genre, das mir eh wenig zusagt. Immerhin war die Kino-Atmosphäre an sich sehr schön, in einem sehr kleinen, liebevoll mit Regalen voller Filmbücher ausgestatteten Saal im Zoopalast.

9) Nosferatu (USA, 2025)

Auch hier hatte ich mir mehr versprochen, da Eggers einer der interessantesten Regisseure zur Zeit ist, und mir Der Leuchtturm sehr gut gefallen hat. Aber irgendwie empfand ich die Inszenierung ähnlich wie die Farbgebung: ziemlich monoton. Immerhin auch hier ein interessantes Kinoerlebnis an sich, in einem Kino aus den 1920ern, mit einer sogenannten Visionsbar aus DDR-Zeiten.

8) Superman (USA, 2025)

Obwohl ich Superheldenfilme mittlerweile unheimlich öde finde, haben DC bei mir doch immer einen kleinen Stein im Brett. Immerhin hatten diese das ganze Genre überhaupt erfunden und damit große popkulturelle Relevanz. Superman war dann ja auch bei den Blockbustern der Erste und auch immer noch einer der besten. Die 2025er Interpretation fand ich mit kleinen Abstrichen doch ganz unterhaltsam. Wenigstens wurde Supie hier nicht mit dem Holzhammer in bedeutungsschwangere Messias-Analogien gepresst, sondern mit einem Augenzwinkern präsentiert. 

7) Tron: Ares (USA, 2025)

Auch den fand ich entgegen aller Unkenrufe doch ziemlich gelungen, und sogar besser als Tron: Legacy, obwohl er dessen Happy End kaputtmacht. 

6) Das Schweigen der Lämmer (USA, 1991)

Eine Wiederaufführung im Rahmen der Best-of-Cinema-Reihe. Den Psychothriller-Klassiker hatte ich schon eine Weile nicht mehr gesehen, und er hat mich erstmals auf der großen Leinwand wieder völlig in seinen Bann gezogen. Irgendwie vermisse ich diese geerdete Qualität von Filmen. 

5) Mission: Impossible - The Final Reckoning (USA, 2025)

Das große epische Finale der phantastische Reihe von und mit Tom Cruise. Nach den ersten, ziemlich vernichtenden Kritiken und Meinungen hatte ich sehr wenig erwartet, und fand ihn dann überraschend gut. Auf jeden Fall Lichtjahre besser als die letzten beiden Bondfilmversuche. Über Das Schweigen der Lämmer ist er, weil der Kinobesuch mit einem sehr guten und alten Freund ein Highlight für sich war. (Tatsächlich war es sogar der einzige Kinofilm des Jahres, den ich überhaupt mit Begleitung gesehen habe.)

4) Weapons (USA, 2025)

Der vielleicht beste Film des Jahres 2025, zumindest von denen, die ich gesehen hatte. Ein cleverer Horrorfilm mit einer sehr effektreichen Schlußpointe. Über den Subtext des Films könnte man sehr angeregte und interessante Diskussionen führen.

3) Psycho (USA, 1960)

Den gab es als Eröffnungsfilm des Filmfestivals in Braunschweig, vorgeführt mit Live-Orchester in der Volkswagen-Arena. Ein epochales Werk und natürlich eine hochinteressante Filmmusik. Aufschlußreich war vor allem, welchen körperlichen Einsatz die berühmten Streichersequenzen den Musikern abfordern.

2) Zurück in die Zukunft (USA, 1985)

Das ist für mich der ultimative Film, ein perfekt laufendes Räderwerk der Unterhaltung, das mich seit 40 Jahren ohne die geringste Abnutzung begeistert und mir ein zweistündiges Dauerlächeln ins Gesicht zaubert. Mit anderen Fans, die im Marty-Style ins Kino kommen, natürlich ein Hochgenuss. Der einzige Wermutstropfen ist mittlerweile, daß die Zeit, in der er spielt, verglichen mit der zunehmend bergab rutschenden Gegenwart eine gewisse Wehmut erzeugt. "Wo wir hingehen, brauchen wir keine Straßen"? Schön wär's gewesen.

1) Der Mieter (GB, 1927)

Den gab es im Zuge des Stummfilmfestivals in Berlin in der Zwölf-Apostel-Kirche, untermalt unter anderem an der originalen Orgel durch Stephan von Bothmer und seinem Team, und mit Einführung von Hitchcock-Experten Jens Wawrczeck. Die Atmosphäre in der voll besetzten Kirche war wundervoll und einmalig, und die geniale Live-Untermalung hat dem fast 100 Jahre altem Werk wieder Leben eingehaucht. Eine Kinozeitreise der Extraklasse.

Ein weiteres Highlight waren die Kurzfilme The Adventurer von Charlie Chaplin und One Week von Buster Keaton mit Live-Orchester-Musik unter freiem Himmel. Das würde ich ebenfalls sehr hoch einordnen.

Im Heimkino gab es als aktuellen Film außerdem noch F1 mit Brad Pitt. Optisch durchaus sehr beeindruckend, handlungstechnisch jedoch mit dem üblichen Hollywood-Humbug. Da haben mir Rush und vor allem Le Mans 66 doch wesentlich besser gefallen.

Hier noch als statistische Erbsenzählerei eine Aufschlüsselung nach Jahrzehnten. Es gab 2 Filme aus den 1920ern, 7 aus den 1930ern, 21 aus den 1940ern, 11 aus den 1950ern, 16 aus den 1960ern, 7 aus den 1970ern, 18 aus den 1980ern, 16 aus den 1990ern, 8 aus den 2000ern, 22 aus den 2010ern und 22 aus den 2020ern. 

Die besten persönlichen Entdeckungen aus früheren Jahren waren: Traum ohne Ende (1945), Der Todeskuß (1947), Jenny (1948),  Das unheimliche Fenster (1949), Gun Crazy (1950), Die 27. Etage (1965), Das Ultimatum (1977), Die letzten Glühwürmchen (1988), Rendezvous im Jenseits (1991), Premium Rush (2012), Kill the Messenger (2014), Hypnotic, Girl You Know It's True und The Holdovers (2023).

Der schlechteste Film, den ich 2025 gesehen habe, war Tesla (2020).

An Serien gab es Miami Vice, wo ich am Anfang bin, ebenso wie bei Bates Motel und The Twighlight Zone. Dazu Alfred Hitchcock zeigt, Batman (die animierte Serie, die absolut großartig ist), Akte X, Die Bergretter (das einzig halbwegs vernünftige im ÖRR) sowie die neuesten Staffeln von Black Mirror und Stranger Things. Komplett gesehen habe ich nur die Miniserie Ripley, die ebenfalls super gut gelungen ist.

In diesem Sinne wünsche ich allen Film- und Serienfans ein schönes und erfolgreiches Jahr 2026 mit vielen Highlights!

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